
In den letzten 20 Jahren waren die drei Dinge, nach denen wir bei Projekten am häufigsten gefragt wurden, folgende:
- Sorgen Sie für eine gute Beleuchtung, geben Sie dem Raum “Charakter”;
- Sicherstellen, dass die Beleuchtungsstärke den Normen entspricht, mit korrekten Eh-Werten;
- Erzielen Sie Energieeffizienz, mit attraktiven Energieberichten.
Viele Designer haben diese Kombination aus “Look + Eh + Energy” gemeistert, aber Human Centric Lighting (HCL) ändert die Regeln im Stillen.
Die Kunden fragen jetzt: “Unterstützt diese Beleuchtung den Schlaf, die Stimmung, die Konzentration oder das Sehen?”
Für professionelle Lichtdesigner ist dies sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance für berufliches Fortkommen.
1. Die Decke der alten Regeln: Eh und Renderings reichen nicht mehr aus
Traditionell bedeutete eine “gut ausgeführte Lichtplanung”:
- Berechnung der Beleuchtungsstärke: Die horizontale Beleuchtungsstärke (Eh) auf den Arbeitsflächen entspricht 300 / 500 / 1000 lx;
- Blendschutz: UGR innerhalb der zulässigen Grenzen;
- Energiekontrolle: Die Leistungsdichte (W/m²) entspricht den Normen für grünes Bauen oder Energie;
- Renderings: Vielschichtig, kontrastreich, visuell teilbar.
Diese bleiben wichtig, aber HCL erinnert uns daran: Der Mensch ist nicht nur ein Punkt auf einer Luxuskarte - er ist ein physiologisches und psychologisches System.
Typische blinde Flecken:
- Tagsüber in Innenräumen: Eh ist ausreichend, aber die vertikale Beleuchtungsstärke für die Augen (Ev) ist zu gering - die Menschen können zwar sehen, fühlen sich aber schläfrig;
- Nächtliche Hotels/Häuser der gehobenen Klasse: hohe Beleuchtungsstärke und Farbtemperatur für “Luxus” können den Schlaf stören;
- Büros: schöne Renderings, aber langfristige Arbeit zwingt die Augen, ständig zwischen hellen und dunklen Bereichen zu wechseln;
- Schulen/Gesundheitsfürsorge: Bei der Gestaltung nach “Klassenzimmerstandards” werden der zirkadiane Rhythmus und die emotionale Erholung ignoriert.
Die Herausforderung: Herkömmliche Tools und Arbeitsabläufe sind für “Sichtbarkeit + Standards” konzipiert, nicht für “Wie Licht auf Menschen wirkt”.”

2. HCL verlangt von den Designern mehr zu tun: Von Eh zu Ev, von Illuminanz zu Rhythmus
Schlüsselbegriffe:
- Eh (Horizontale Beleuchtungsstärke): Lux auf horizontalen Flächen, z. B. Schreibtischen, Fußböden.
- Ev (Vertikale Augenbeleuchtungsstärke): Lux auf der vertikalen Ebene in Augenhöhe, näher an der Lichtdosis, die das Gehirn tatsächlich empfängt.
- HCL (Human Centric Lighting): Eine Beleuchtung, die sich an der menschlichen Physiologie, Kognition, Emotion und Gesundheit orientiert - und nicht nur an Ästhetik oder Objekten.
Ein Gespräch über HCL:
Der ehemalige IALD-Präsident Jeffrey Miller fragte einmal:
“Sie sprechen von HCL - wie unterscheidet sich das von lebenslangem Lichtdesign ‘für Menschen’?”
Zunächst konnte ich es nur vage mit Rhythmus, Gefühl und Gesundheitsforschung erklären.
Nach jahrelangem Messen und Üben vor Ort kann ich nun antworten:
“Sie haben immer für den Menschen entworfen. HCL fordert uns auf, weiter zu gehen - nicht nur wie hell ein Raum ist, sondern wie viel Licht das menschliche Auge tatsächlich empfängt (Ev).
Wenn Eh die Anforderungen der Aufgabe erfüllt und Ev den Rhythmus und die Emotionen unterstützt, dann ist das wirklich HCL.”
Kurz gesagt:
- Zuvor: Konzentration auf Raum, Form und Stil.
- Jetzt: Eh unterstützt Aufgaben; Ev unterstützt Gehirn und Körper.

Praktische HCL-Leitlinien
- Von Eh zu Eh + Ev
- Eh bestimmt, ob eine Aufgabe sichtbar ist.
- Ev bestimmt, wie viel Licht das Gehirn empfängt.
- Ohne Rücksicht auf Ev: Schreibtische mögen hell sein, aber die Gehirne der Menschen bleiben im “Abendmodus”.”
Umsetzung:
- In Hotelzimmern, Büros, Kliniken, Klassenzimmern: Bewerten Sie Ev entlang typischer Sichtachsen.
- Nutzen Sie Software und Messungen vor Ort, um sowohl Eh als auch Ev zu verwalten.
- Einführung von m-EDI / melanopischen Konzepten
- Verschiedene Spektren haben unterschiedliche zirkadiane Wirkungen.
- 300 lx bei 4000 K sind nicht gleich 300 lx bei 2700 K in Bezug auf den Rhythmus.
- Die Designer sollten antworten:
- Gibt es tagsüber genügend zirkadiane Reize?
- Ist sie nachts reduziert?
- Folgt die abstimmbare Beleuchtung dieser Logik?
- S/P-Verhältnis berücksichtigen
- Nützlich für den Einsatz im Freien oder bei geringer Beleuchtungsstärke:
- Fußgängerzonen: Aufrechterhaltung der Sichtbarkeit bei niedrigeren Eh mit höheren S/P-Spektren;
- Nachttourismus/Landschaft: Verringerung der ökologischen und zirkadianen Störungen bei gleichzeitiger Wahrung des visuellen Geschichtenerzählens.

3. Fünf Szenarien für Innenräume: Vom “Stil” zur “menschlichen Zeitlinie”
1. Hotels
- Mehr als “Looks + Instagrammable”: Lichtführung über den ganzen Tag: Einchecken → Hygiene → Schlafen → Nachtwache → Morgen.
- Beispiel:
- Ankunft: leicht erhöhte Eh/Ev, neutral oder leicht kühl;
- 1-2 Stunden vor dem Schlafengehen: Eh, Ev und Farbtemperatur senken;
- Nachtwache: sehr niedriges Eh + sanftes Führungslicht.
2. Hochwertige Wohnhäuser
- Kinderzimmer: Aufgabenbeleuchtung trifft Eh, Ev schützt Augen und Rhythmus;
- Hauptschlafzimmer: Förderung des Schlafs, Verringerung der nächtlichen Ev;
- Wohnen/Essen: Förderung der Geselligkeit, Entspannung, gelegentliches Arbeiten - es gibt keine Pauschalregelungen.
3. Ämter
- Offene Räume, Besprechungszimmer, Fokuszonen, Entspannungsbereiche: maßgeschneiderte Eh/Ev/CCT/Kontraststrategien;
- Zusammenarbeit mit HR-, ESG- oder Wellness-Teams, nicht nur mit MEP.
4. Gesundheitswesen
- Patientenzimmer: Tagsüber unterstützt Ev die Wachsamkeit, nachts ist es leise und nicht störend;
- Krankenpflegestationen: Wachsamkeit ohne Überreizung aufrechterhalten;
- Rehabilitation: Förderung von Stimmung und Motivation, nicht nur “heller ist besser”.”
5. Bildung
- Klassenzimmer, Bibliotheken, Wohnheime, Aktivitätsbereiche: Gestaltung des zirkadianen Rhythmus für Konzentration, Ruhe und soziale Aktivität.
Grundprinzip: ein zeichnen “menschliche Zeitlinie” für jedes Szenario - in welchem Zustand sich die Menschen befinden sollten und wie das Licht dazu beiträgt, dies zu erreichen.

4. Von innen nach außen: HCL in der Stadt- und Infrastrukturbeleuchtung
Der Aufenthalt im Freien ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Lichtexposition-oft übersehen wird.
- Städtische Landschaften & Nachttourismus
- Problem: überbeleuchtete Plätze, kalte Farbtemperaturen, langfristige Rhythmusstörungen, ökologische Auswirkungen.
- Lösung: Nutzung des S/P-Verhältnisses, um die Sichtbarkeit zu erhalten und gleichzeitig die Eh zu senken; Gestaltung der Ev auf Augenhöhe der Fußgänger; allmähliche Verringerung der Helligkeit und der Farbtemperatur am Ende der Strecke (“wind-down”).
- Beleuchtung im Tourismus
- Jenseits des Geschichtenerzählens: Erstellen Sie eine “Rückkehrkurve” bei der Beleuchtung.
- Dramatische Szenen zu Beginn, später schrittweise Reduzierung, um eine physiologische Überstimulation zu vermeiden.
- Brücken und Tunnels
- Berücksichtigen Sie bereits “Eingangsanpassung, Beleuchtungsstärke im mittleren Bereich, Blendung”.”
- HCL fügt hinzu: Verringerung der Müdigkeit, Unterstützung des zirkadianen Rhythmus; Segmentierung von Tunneln/Brücken mit Ev, Beschilderung und Blendschutz.

5. KI + IoT: HCL operativ machen
Entwurfsphase: KI kann mehrere “menschenzentrierte Szenarien” generieren, die Eh/Ev/S-P/m-EDI optimieren und die Designer von sich wiederholenden Berechnungen befreien.
Implementierung und Betrieb: IoT-Sensoren (Anwesenheit, Tageslicht, Temperatur, Lärm, CO₂) ermöglichen Beleuchtungssystemen die automatische Anpassung von HCL-Szenarien mit regelmäßiger Kalibrierung gegen Planungswerte.
Mitnehmen: KI und IoT ersetzen nicht die Designer - sie ermöglichen es Planern, wirklich “lebendige” Beleuchtungsumgebungen zu gestalten.
6. Schlussfolgerung: HCL ist ein professionelles Upgrade
- Licht ist nicht mehr nur “Sichtbarkeit” - es geht um wie sie im Laufe der Zeit mit dem Menschen interagiert.
- Designer müssen lernen: Eh, Ev, m-EDI, S/P-Verhältnis, Rhythmusmodelle; eine menschliche Zeitlinie; Arbeit mit KI, IoT und Messinstrumenten.
- Chance: Übergang vom “Lichtstylisten” zum “Designer für Beleuchtung und Wellness-Erlebnisse”, und beschäftigt sich mit den Themen Schlaf, Effizienz, Marke und städtisches Nachtleben.
Nächste Projektherausforderung: fügen Sie eine Seite zu Ihrem Entwurfsplan hinzu:
- Unterstützt Eh Aufgaben?
- Unterstützt Ev den zirkadianen Rhythmus und die Stimmung?
- Ist Ihre Beleuchtung nur “hübsch”, oder bereits verantwortlich?
